Solnhofener Naturstein - Produktion

Bei der Erschließung eines Steinbruchs mübsen zunächst die über dem Steinvorkommen liegenden Erdschichten abgeräumt werden. In früheren Zeiten geschah dies in mühevoller Handarbeit. Heute werden die Abraum- und Schuttbeseitigungsarbeiten mittels Raupen, Baggern und Radladern erledigt.
Nachdem der Steinbruch abgeräumt und die abbauwürdigen Flinze zu Tage getreten sind, kann mit dem Steinbrechen begonnen werden.
Die Gewinnung des Solnhofener Natursteins geschieht ausschließlich per Hand im Tagebau während der Sommermonate. Dies hat sich in den letzten Jahrhunderten kaum verändert. Grund hierfür ist, dass mit einem Maschineneinsatz beim eigentlichen Brechen zu viel wertvolles Rohmaterial zerstört werden würde.
Der Solnhofener Naturstein ist ein Sedimentgestein und schichtenförmig abgelagert. Die einzelnen Schichten bilden nicht etwa eine zusammenhängende Platte unbegrenzter Größe, sondern sind durch Erschütterungen und Bewegungen der Erdoberfläche innerhalb der letzten 150 Millionen Jahre in zahllose, unterschiedlich große Platten von völlig unregelmäßiger Form (im Folgenden als Polygonalplatten bezeichnet) zerbrochen.
Diese Polygonalplatten werden mit Hilfe entsprechender Werkzeuge vorsichtig von ihrer Unterlage abgehoben.

Mit Stockhaue und Brecheisen werden entlang natürlicher Klüfte größere Schichtpakete angehoben. Anschließend werden die Schichtpakete mit Hammer und Flachmeißel an den schichtparallelen Trennfugen in einzelne Platten aufgespalten.
Die für die Natursteinindustrie brauchbaren Platten lassen sich nach ihrem Klang beurteilen. Weisen die Platten beim Anklopfen einen hellen, reinen Klang auf, sind sie als Bodenbelag verwertbar.
Die gewonnenen Polygonalplatten sind in Form, Größe und Stärke unterschiedlich.
Bei der Weiterverarbeitung der unregelmäßig geformten größeren Platten wird versucht, mit möglichst wenig Ausschuss auszukommen. Somit wird die polygonale Rohplatte bei der Weiterverarbeitung im Werk zur größtmöglichen Quadrat- oder Rechteckplatte zugeschnitten.
Die Verarbeitung findet meist auf sog. Mehrblattsägen statt. Diese zeichnen sich dadurch aus, dass mehrere Diamantsägeblätter parallel in unterschiedlichen Abständen zueinander stehen.
Kleinere Platten werden unbearbeitet, d.h. polygonal weiterverkauft. Platten, die groß genug sind, werden zu sog. Fertigarbeit weiterverarbeitet. Teilweise werden diese größeren Polygonalplatten noch im Steinbruch auf ihre letztendliche Größe vorformatiert.
Aufgrund des vorliegend beschriebenen Produktionsprozesses des Rohmaterials wird verständlich, dass es nicht möglich ist, nur Platten bestimmter Größe oder eines einzigen Formates, welches gerade gewünscht wird, zu produzieren. Die Natur gibt das Angebot vor!



